Schlagfertigkeit – wie du freundlich ‚Kontra‘ geben kannst

Kennst du Situationen, in denen dir Menschen unverschämte Fragen stellen? Situationen, in denen dir Dinge an den Kopf geschmissen werden und du denkst: Was soll das denn jetzt? Du reagierst irgendwie und im Nachhinein wünschst du dir, du wärst schlagfertiger gewesen. Du wünschst dir, du hättest in dem Moment etwas anderes gesagt und fragst dich, wie du freundlich Kontra geben kannst.

In diesem Beitrag geht es um das Thema „Schlagfertigkeit“ und darum, wie du beim nächsten verbalen Angriff freundlich Kontra geben kannst. Du erfährst, welche Worte du finden kannst, um ‚Kontra‘ zu geben und wie du mit diesen Situationen umgehen kannst, dass es dir damit gut geht. 

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Erkenne den verbalen Angriff 

Ich komme gerade aus einem Telefonat. Es war ein Klarheitsgespräch mit einer Kundin, beziehungsweise mit einer Interessentin, die sich selbst und mir die Frage gestellt hat: „Wie kann ich schlagfertiger werden? Wie kann ich in solchen Situationen entsprechend ‚Kontra‘ geben? So, dass ich mich eben nicht mehr im Nachhinein ärgere.“

Das Wichtigste ist, dass du den verbalen Angriff erkennst. Wenn dein Gegenüber dir eine unverschämte Frage stellt, dann erkenne erst einmal: Das ist eine unverschämte Frage. Dann kannst du dir immer noch überlegen, was du darauf antwortest.

Es ist wichtig, dass du dich nicht schlecht oder in die Enge getrieben fühlst und dich ärgerst, sondern erkennst: Das ist eine unverschämte Frage. Das ist eine Grenzüberschreitung für mich. Das geht so nicht. Dadurch lässt du es nicht einfach so mit dir geschehen und fühlst dich danach schlecht. Du erkennst: Wow. Nein, warte mal, was soll das jetzt? So nicht! Das geht nicht.  

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Wenn du den verbalen Angriff erkennst, kannst du zielgerichtet darauf reagieren.

Du agierst dann nicht mehr aus einer Abwehrhaltung oder dem Schutz heraus, frei nach dem Motto: Der eine haut auf mich los, also haue ich zurück. Sondern gehst souverän mit der Äußerung deines Gegenübers um. Du wirst deine Worte und Gedanken klar zum Ausdruck bringen. Und vor allem: Du fühlst dich gut damit.  

Oftmals beschäftigen wir uns noch ziemlich lange mit einer ärgerlichen Situation und denke Tage oder Wochen darüber nach. Manche Äußerungen hängen uns ewig hinterher. Hier gilt es zu erkennen, dass für dich eine Grenze überschritten wurde.  

Es ist deine Entscheidung, wie du auf einen verbalen Angriff reagieren möchtest. Willst du ihn annehmen oder nicht? Ist das hier meine Baustelle? Ist das meine Sache, mein Thema? Nicht mit mir, ich zieh mir den Schuh nicht an. Ich steige gar nicht erst drauf ein.  

Und falls du denken solltest: Irgendetwas muss ich jetzt sagen. Nein, du musst nichts sagen. Du kannst auch schweigen. Denn Kommunikation besteht immer aus verbaler, paraverbaler und nonverbaler Kommunikation. Du kommunizierst über deine Worte, Stimme und Körpersprache. Und ein Schweigen drückt viel aus.  


4 Tipps für mehr Schlagfertigkeit in deiner Kommunikation 

Wie kannst du freundlich Kontra geben beziehungsweise schlagfertig auf einen verbalen Angriff reagieren? Ich habe dir drei Möglichkeiten mitgebracht, die du in der nächsten unerwarteten Situation direkt ausprobieren kannst. Es ist wichtig, dass du es machst. Denn du wirst vor allem schlagfertig, wenn du immer wieder übst auf einen verbalen Angriff schlagfertig zu reagieren. Und eben nicht zu versteinern oder etwas völlig Blödes zu sagen.

Tipp #1: Stelle eine Frage  

Frag dein Gegenüber: „Was genau meinst du damit? Was möchtest du von mir wissen?“ Du wirst vielleicht feststellen, dass dein Gegenüber irritiert über deine Frage ist. Dann kann es sein, dass er/sie erst in dem Moment bemerkt, was er/sie gesagt hat. Dass es vielleicht wirklich frech oder unverschämt war.

Oder aber die Aussage kam anders rüber, als sie gemeint war. Dann hat dein Gegenüber die Möglichkeit, klarzustellen, wie es tatsächlich gemeint war. Dadurch verändert sich unter Umständen die ganze Situation und das Gefühl, das in dir entstanden ist. Stelle also eine Frage. 

Tipp #2: Grenze dich und deine Meinung klar ab 

Eine andere Möglichkeit ist, dass du deinem Gegenüber aufzeigst, dass es unterschiedliche Meinungen gibt. Stelle klar, dass deine Meinung anders ist, als die deines Gegenübers. Signalisiere unmissverständlich: Es gibt unterschiedliche Meinungen, es gibt unterschiedliche Bewertungssysteme. 

Mach deutlich, dass du die Meinung des anderen interessant oder spannend findest und du gleichzeitig die Situation anders siehst. Lass die Meinung deines Gegenübers stehen und grenze dich klar davon ab. Du kannst sagen: „Spannend, wie du das siehst. Ich sehe es anders.“ Verinnerliche, dass dein Gegenüber andere Wertvorstellungen und eine andere Feinfühligkeit hat und das ist okay.

Tipp #3: Sprich deine Verwunderung aus

Dir wird eine unverschämte Frage gestellt oder ein dummer Spruch an den Kopf geworfen. Völlig unerwartet. Du bist völlig überrascht oder erschrocken darüber. Anstatt in deiner Sprachlosigkeit zu verweilen, sagst du genau das: „Jetzt bin ich sprachlos.“ Oder „Das überrascht mich.“ „Dasmit hab ich jetzt nicht gerechnet.“

In dem Moment, in dem du das aussprichst, wirkst du souverän. Denn wärst du unsicher, würdest du es nicht aussprechen. Vor allem: Du hast reagiert. Eigentlich ist dieser Tipp so leicht, denn du spricht das aus, was du dir denkst. Doch schwierig ist es, weil wir es nicht gewohnt sind das laut auszusprechen. Weil wir auch hier wieder denken: „Das kann ich doch nicht sagen.“ Doch, kannst du.

Tipp #4: Steige aus dem Gespräch aus

Eine vierte Möglichkeit ist, zu sagen: „Ich werde diese Frage nicht beantworten.“ Nicht aus einer Wut heraus, weil du denkst: Wie unverschämt! Was denkt er sich, mir so eine Frage zu stellen? Du stellst einfach fest, dass hier eine Grenze für dich ist. Diese Frage findest du zu indiskret und dann erwiderst du: „Ich werde diese Frage nicht beantworten. Ich finde sie indiskret.“ Das kannst du ganz klar kommunizieren.

Es geht nicht um einen Kampf, nach dem Motto: Der hat mir jetzt eins übergehauen und jetzt haue ich zurück. Es geht darum, dass du dich in und mit deiner Kommunikation wohl fühlst. Und darum, dass du Fragen, die du nicht beantworten möchtest, nicht beantwortest. Gespräche, die du nicht führen willst, nicht führst und an Inhalten, die dich verletzen, traurig machen oder kränken, nicht teilhaben musst. Du kannst jederzeit aussteigen, ohne freundlich oder unfreundlich Kontra zu geben. Du darfst dich klar abgrenzen und dir sagen: Hier hört das Gespräch für mich auf.  


Entwickle ein Gespür dafür, wann du Kontra geben kannst 

Natürlich ist es so, dass wir im beruflichen Kontext nicht die Freiheiten haben, wie im Privaten. Denn da müssen wir auch mal Gespräche führen, auf die wir keine Lust haben. Hier ist es wichtig, dass du ein gewisses Feingefühl für das entwickelst, was du kommunizierst. 

In dem Sinne, dass du achtsam mit dem bist, was du zu wem sagst. Denn vielleicht ist es ungünstig, auf eine Frage nicht zu antworten, die du unangenehm findest, wenn dich das deinen Job oder die Beförderung kostet. Wenn also dein Ziel die Beförderung ist und du magst den Kollegen XY oder deinen Vorgesetzten nicht, dann behalte lieber dein Ziel im Fokus. Entwickle ein gutes Gespür für die Situation und dafür, was deinem Ziel dient.

Vor allem: Lasse dich durch bestimmte Kommentare und Äußerungen nicht verunsichern. Lasse nicht zu, dass du dich schlecht fühlst, sondern grenze dich auch hier wieder ab und sage dir: Ich kenne meinen Vorgesetzten. Ich weiß, wie er kommuniziert, das ist seine Sache, das bleibt bei ihm. Er redet so. Er hat diesen Tonfall, er hat diese Haltung mir gegenüber. Und die nehme ich nicht an. Es geht darum, wie es dir mit deiner Kommunikation geht.  


Fazit

Geht es bei einem verbalen Angriff darum Kontra zu geben? Oder geht es vielmehr darum mit verbalen Angriffen souverän umzugehen und weiterhin dein Ziel zu verfolgen? Wie deine schlagfertige Reaktion genau aussieht, ist abhängig von der jeweiligen Situation. Und davon, wer dich verbal angreift und wie es dir in dem Momente geht. Das Wichtigste ist, dass du den verbalen Angriff in dem Moment auch als solchen erkennst. Nur so hast du die Möglichkeit schlagfertig darauf zu reagieren. Und musst dich nicht hinterher darüber ärgern, was du alles hättest sagen können.

Jetzt möchte ich von dir wissen: Wie geht es dir mit deiner Kommunikation, wenn dir jemand eine unangenehme oder freche Frage stellt? Ziehst du dich zurück und ärgerst dich später darüber oder hast du die Situation im Griff? Konterst du ebenso frech oder gehst du der Frage auf den Grund? Hinterlasse mir gern einen Kommentar. Ich freue mich auf einen Austausch mit dir.  

Willst du klar kommunizieren und dich beim Sprechen wohl fühlen? Dann werde Teil meines Newsletters „Bewusste Kommunikation“. Jede Woche erhältst du eine E-Mail von mir für deine klare und (selbst-)bewusste Kommunikation. 

Sabrina Adams
Sabrina Maru Adams

Expertin für Stimme und Kommunikation, Wirtschaftspsychologin (M.Sc.) und Logopädin.

Ich liebe Menschen und ihre Einzigartigkeit. Seit 2011 begleite ich Selbstständige und Angestellte auf ihrem Weg zu einer klaren und selbstbewussten Kommunikation, die zu ihnen passt. Damit sie mit ihrer Persönlichkeit begeistern. Du bist wertvoll, genauso, wie du bist und kannst Wertvolles erschaffen, wenn du dich selbst zum Ausdruck bringst. Erfahre mehr über mich und hör in meinen Podcast rein.

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