Wohin mit meinen Armen? Wie du deinen Körper authentisch mitsprechen lässt

Sabrina AdamsKörperspracheLeave a Comment

Wohin mit meinen Armen
Der Moment, in dem du vor Menschen trittst

Es ist soweit, gleich wirst du nach vorne treten und mit deiner Präsentation beginnen. Der Inhalt sitzt und mit deinem Einstieg wirst du mit Sicherheit die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer gewinnen. Eigentlich fühlst du dich sicher… wenn da nicht diese blöden Arme wären. Wo sollen die nur hin? Einfach hängen lassen? Das könnte zu langweilig wirken. Nach oben nehmen und die Handflächen ineinanderlegen? Hmmmm… ich glaube gute Redner machen das so. Aber irgendwie fühlt sich das unnatürlich an. Wie war das noch mal mit dem Gestikulieren, das ist auf jeden Fall wichtig, aber es muss unbedingt VOR dem Körper sein und darf einen bestimmten Bereich auch nicht verlassen. Wenn es diese blöden Arme nur nicht geben würde, dann wäre das mit der Präsentation viel einfacher.

Und jetzt frage ich dich: Wo sind deine Arme, wenn du mit deinem Freund, Nachbarn, Kind oder Kollegen sprichst? Sie sind einfach da, hängen mal nach unten, gestikulieren ruhig, ein anderes Mal wieder wilder, sind vor dem Körper verschränkt oder auch in den Hosentaschen. Sie sind einfach mit dabei, wenn du redest, ohne, dass du dir Gedanken darüber machst. Doch wenn es um einen Moment geht, bei dem du nach vorne gehst und vor Menschen sprichst, ist auf einmal alles vergessen. Plötzlich rücken die Arme in den Fokus und du stellst dir die Frage, was du am besten mit Ihnen machen kannst.

Lerne dich und deine Körpersprache kennen

Für eine authentische Körpersprache finde ich es absolut wichtig sich selbst besser kennenzulernen und hinzuschauen. Was machst du, wenn du mit deinem Nachbarn sprichst? Wie sitzt du in deinen Meetings da? Welche Körperhaltung nimmst du in Konfliktgesprächen ein und wie begegnest du deinem Vorgesetzten? Beobachte dich im Alltag und lerne deine eigene Körpersprache erst einmal kennen. Du wirst sehen wie abwechslungsreich diese ist und was für großartige Dinge du so machst. Wenn du merken solltest, dass dir das schwer fällt, dann gehe erst einmal von dir weg und beobachte andere Menschen. Schaue, wie dein Kollege am Tisch sitzt, deine Frau telefoniert, die Nachbarin mit ihrem Kind redet. Es ist ganz wichtig, dass du dies neugierig und beobachtend machst, ohne deine Mitmenschen dabei zu bewerten. „Ah, meine Frau spielt immer an ihrem Ehering, wenn sie telefoniert. Die Nachbarin wendet sich ihrem Kind zu und geht beim Sprechen in die Hocke. Mein Kollege lehnt sich in Meetings oft an den Stuhl an und macht ein Bein auf das andere.“ Du beobachtest also wertneutral, was du siehst. Hier geht es noch nicht um Annahmen oder Interpretationen. „Der ist bestimmt gelangweilt. Sie ist ziemlich unruhig und nervös.“ Das wollen wir nicht, denn das wäre eine Interpretation dessen, was du beobachtet hast. Auch Bewertungen wie „mann, sieht der arrogant aus, wie der da sitzt.“ haben hier nichts verloren und sollten keine Beachtung bekommen. Die Aufgabe lautet: beobachte dich und deinen Körper in den unterschiedlichsten Kommunikationssituationen und lerne dich dadurch besser kennen.

Finde die Körpersprache, die zu dir passt

Wenn du dich kennengelernt hast und weißt, was du machst, kannst du mit dem nächsten Schritt beginnen. Entscheide, was dir selbst gut gefällt und welche Dinge du in welchen Situationen gebrauchen könntest. Du wirst vielleicht festgestellt haben, dass du bei interessanten Unterhaltungen ganz lebendig mit deinen Armen gestikulierst und findest diese Lebendigkeit passend für deinen nächsten Vortrag. Wunderbar, dann lasse deine Arme einfach genau so frei mitsprechen wie im Alltagsgespräch. Traue dich einfach so zu sein, wie du bist. Du hast vielleicht auch entdeckt, dass du dich beim Zuhören oft zurück lehnst und deine Arme locker auf deine Beine ablegst. Du findest, dass diese Körpersprache Wertschätzung und echtes Interesse am Gesagten deines Gegenübers signalisiert und kannst dir diese Körperhaltung für deine Mitarbeitergespräche vorstellen, wenn es darum geht, dass du deinem Gegenüber interessiert zuhörst.

Erweitere dein Kommunikationsrepertoire

Ich halte nichts von allgemeinen Aussagen, dass bestimmte Haltungen bestimmte Wirkungen erzielen, denn Menschen sind so individuell und verschieden, dass das für mich nicht stimmen kann. Ein breiter großer Mann wird alleine schon durch seine Statur ganz anders wirken, wenn er mit verschränkten Armen dasteht, als eine kleine schmächtige Frau. Und dabei ist noch nicht einmal die Mimik berücksichtigt, die starkt davon abhängt, wie wir uns in einer bestimmten Haltung fühlen. Deshalb ist für mich das A und O seine eigene Wahrnehmung zu schärfen und sich selbst besser kennenzulernen. Dann entdeckst du von ganz alleine ein reichhaltiges Repertoire, mit dem du die unterschiedlichsten Kommunikationssituationen authentisch gestalten kannst.

Wo waren deine Arme bis jetzt, wenn du präsentiert hast? Hast du dich auch schon mal gefragt: wohin mit meinen Armen?

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