Auf Punkt sprechen – so wird deine Botschaft noch viel besser verstanden

Sabrina AdamsCoaching, Kommunikation, PersönlichkeitLeave a Comment

Frau mit ein wenig verständnisloser Miene hört ihrer Gesprächspartnerin zu

In diesem Beitrag geht es darum, wie du „auf Punkt sprechen kannst“, welche Vorteile dadurch für dich und deinen Zuhörer entstehen und wie dies deine Kommunikation verbessert und vereinfacht.  

Die Stimmlage beeinflusst deine Kommunikation

Kennst du das? Du bist mit deinem Gedanken eigentlich schon fertig, doch irgendwie kannst du nicht aufhören zu reden? Du kannst deinen Sprechfluss nicht wirklich beenden. Und dein Gegenüber guckt ganz erwartungsvoll, so nach dem Motto: Da kommt doch noch was. Das liegt daran, dass du in den falschen Momenten mit deiner Stimme nach oben gehst.  

Wenn du merkst, dass dein Gegenüber dir irgendwie nicht mehr richtig folgen kann, oder du merkst, dass der Blick langsam abschweift, also die Konzentration nachlässt, dann kann dies daran liegen, dass du deine Stimme zu hochhältst.  

Normalerweise beenden wir einen Satz mit dem Absenken unserer Stimme. Aber anstatt am Satzende die Stimme abzusenken, bleibt deine Stimme in der Höhe, wodurch du deinem Gegenüber signalisierst, dass vermutlich noch etwas folgt. Oft bemerkt man das selbst gar nicht so bewusst, sondern eher unbewusst. Man verstrickt sich dann in Erklärungen und erzählt Dinge, die man gar nicht sagen wollte. Man bemerkt selbst, dass man irgendwie nicht zum Punkt kommt, obwohl der eigentliche Inhalt, die eigentliche Botschaft, schon längst gesagt wurde.  

Auf Punkt sprechen bedeutet, mit der Stimme nach unten zu gehen.  

Wenn du mit der Stimme tiefer gehst, signalisierst du: jetzt bin ich fertig. Oder auch: jetzt ist dieser eine Gedankengang beendet. Das heißt nicht zwangsläufig, dass du aufhören musst zu sprechen, wenn du mit der Stimme nach unten gehst. Doch du bist mit diesem einen Gedanken fertig. So ein Gedankengang wird auch Sinnabschnitt genannt.  

Das bedeutet nicht, dass alles, was zu einem Thema gehört, ein Gedankengang oder Sinnabschnitt ist. Nehmen wir das Thema „Stimme“. „Ich erkläre dir heute etwas über die Stimme.“ Das ist ein Sinnabschnitt, denn ich informiere nun über dieses Thema.  

„Die Stimme ist Muskulatur und um die Muskulatur ist Schleimhaut gewickelt.“ Hier ist wieder ein Sinnabschnitt fertig. „Die Stimme befindet sich in unserem Kehlkopf. Der Kehlkopf sitzt auf der Luftröhre und genau in diesem Kehlkopf, über der Luftröhre, befinden sich die beiden Stimmbänder.“ Die Stimme geht hier wieder nach unten. Sinnabschnitt fertig. „Vielleicht kennst du das, dass deine Stimme manchmal, in Situationen, in denen du aufgeregt oder nervös bist, nach oben geht oder die Stimme vielleicht sogar abbricht. Das kann man alles trainieren.“ Sinnabschnitt fertig. Stimme geht nach unten.  

Jeder Sinnabschnitt enthält eine Sprechabsicht und verfolgt ein bestimmtes Gesprächsziel 

Ich habe schon ein paarmal in meinen Podcast-Episoden die sogenannte Sprechabsicht oder Sprechintention thematisiert. Hierbei geht es darum, zu überlegen, was dein Gesprächsziel ist. Wo möchtest du in deinem Gespräch hin? Also was möchtest du durch deine Worte erreichen?  

Gehen wir nochmal zurück zum inhaltlichen Beispiel „Stimme“. Am Anfang habe ich über das Thema informiert. Die Sprechabsicht, die Intention, ist in dem Fall: ich möchte Interesse wecken. „Heute rede ich über die Stimme.“ Das ist ein Sinnabschnitt, welcher ein Ziel verfolgt. Mein Ziel ist es, zu informieren.  

Im letzten Sinnabschnitt habe ich bspw. darüber gesprochen, dass die Stimme trainierbar ist. Dass die Stimme aus Muskulatur besteht und somit, wie jeder andere Muskel auch, trainiert werden kann. Hier ist meine Sprechabsicht, Menschen zu motivieren, etwas für ihre Stimme zu tun. Für jemanden, der beispielsweise sagt: Ich wünsche mir, dass ich meine Stimme voll nutzen kann. Ich wünsche mir, das volle Potenzial meiner Stimme ausschöpfen zu können. Somit möchte ich hier Menschen motivieren, ihre Stimme zu trainieren und noch mehr Potential aus ihr herauszuholen.  

Jeder Sinnabschnitt enthält also eine Sprechabsicht und verfolgt ein bestimmtes Gesprächsziel. Auch das kann dir helfen zu erkennen, wann du beim Sprechen mit deiner Stimme nach unten gehen solltest.  

Deine Vorteile, wenn du auf Punkt sprichst 

Warum erzähle ich dir das? Ich erzähle dir das zum einen, weil es für dich als Sprecher unfassbar hilfreich sein kann, wenn du immer wieder auf Punkt sprichst und mit deiner Stimme nach unten gehst.  

  • Somit ist für dich klar erkennbar, wo dein Sinnabschnitt ist. “Das ist jetzt ein Teil meines Gedankenganges und nun folgt ein Nächster”. Du gliederst deine Gedankengänge und sprichst dadurch klar und fokussiert.  
  • Du begreifst, dass es unterschiedliche Sprechabsichten in deiner Botschaft gibt und bringt diese klar und deutlich zum Ausdruck.  
  • Du machst automatisch mehr Pausen. 
  • Du kannst dich immer wieder kurz sammeln und darüber nachdenken, wie du dein Gespräch weiterführen willst. 
  • Du gibst deinem Zuhörer die Möglichkeit, deine Botschaft, deine Gedankengänge, wirklich zu verstehen und wirst dadurch besser verstanden. 
  • Dein Zuhörer bekommt die Möglichkeit auf deine Worte zu reagieren bzw. auf dich einzugehen, indem er/sie Fragen stellt, Anregungen gibt etc.  
  • Und das Schönste ist: Du transportierst Emotionen, sprichst bewegend und erreichst deine Zuhörer viel mehr.  

Wenn du auf Punkt sprichst, schaffst du einen großen Mehrwert für dich selbst und für deine Gesprächspartner. Du sprichst klar und bringst deine Botschaft deutlich zum Ausdruck. Du weckst Emotionen und schaffst Verbindung. Du redest lebendig und erzeugst Interesse.  

Deine Zuhörer können dir besser interessiert zuhören und über das Gesagte nachdenken. Das ist ein interessanter Gedankengang, so habe ich das noch nie gesehen. Oder Wow, die Stimme ist Muskulatur! Das war mir so gar nicht bewusst. Okay, dann kann ich sie ja genauso trainieren wie meine Beinmuskulatur oder meine Armmuskulatur. Ah, jetzt verstehe ich auch besser, warum in solchen Situationen meine Stimme höher wird. Beim Zuhörer passiert etwas.  

Kommunikation bedeutet in den Austausch gehen, Verbindung schaffen und Beziehungen gestalten. 

Und das ist das Schöne, genau das wollen wir. Kommunikation bedeutet: in Beziehung treten. Ich tausche mich mit jemandem aus. Ich sage etwas, ob verbal oder nonverbal und mein Gegenüber reagiert darauf. Verbal oder nonverbal. Wir sind im Austausch miteinander und darüber gestalten wir unsere Beziehung. Egal, ob das unser Partner, unser Kind, ein Mitarbeiter, Vorgesetzter oder Kollege ist. Wer auch immer die Person ist oder um was für eine Art Beziehung es sich handelt. Du gestaltest mit deiner Kommunikation all diese Beziehungen. Wenn du also auf Punkt sprichst, wirst du diese Beziehung und diesen Austausch viel besser gestalten. 

Mein Tipp: So gelingt es dir auf Punkt zu sprechen: 

Beobachte dich doch mal beim Sprechen. Also höre einmal hin. Wann geht deine Stimme nach oben und wann geht sie runter? Du kannst dich auch gerne selbst aufnehmen. Erzähle irgendetwas, von deinem Tag oder einer Erfahrung. Höre dir die Aufnahme an und schaue mal, wann du mit der Stimme nach oben gegangen bist und wann runter. Und dann gliedere und ordne deine Gedanken. Überlege dir, welche Gedankengänge thematisch zusammenhängen und wann du mit einem neuen Sinnabschnitt beginnst. Und vor allem, mach Pausen.  

Redest du auch manchmal ohne Punkt und Komma und verlierst deine eigenen Gedankengänge? Wünschst du dir manchmal klar und fokussiert zu sprechen, um deine Botschaft noch besser zu transportieren? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen, ich freue mich auf den Austausch mit dir. 

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