Ich will verstanden werden

Sabrina AdamsKommunikation, Körpersprache, PersönlichkeitLeave a Comment

Verständnis zeigen - Sabrina Adams - Kommunikationstraining & Persönlichkeitsentwicklung

Heute möchte ich gerne über ein Herzensthema von mir sprechen. Ich bin der Meinung, dass sich alle Menschen wünschen, verstanden zu werden. Es gibt so viele Situationen, in denen wir genau dieses Bedürfnis haben. In einigen davon versuchen wir, uns zu erklären und etwas immer wieder mit Beispielen zu beschreiben.

Unser Wunsch dahinter ist, verstanden zu werden. Hierbei geht es meist gar nicht darum, dass unser Gegenüber unsere Meinung teilt. Es geht um das reine Verständnis dafür, wie wir uns in einer Situation fühlen.

Kennst du diese Gedanken? Wieso versteht das denn niemand? Ich habe das jetzt schon so oft erklärt und viele Beispiele genannt. Ich möchte doch einfach nur, dass man mich versteht.

Hier findest du einige Tipps, wie du künftig besser verstanden wirst und anderen Menschen auch dein Verständnis zeigst.

Ein Beispiel dafür, einfach nicht verstanden zu werden

Gehen wir davon aus, du wirst an deinem Arbeitsplatz gemobbt. Leider gibt es überhaupt keine verständnisvollen Kollegen. Keiner versteht, wie es dir täglich geht, wenn du zur Arbeit musst, in die Kantine gehst oder der mobbenden Person gegenüberstehst. Du versuchst die Situation immer wieder Kollegen zu erklären und bekommst Antworten wie: 

– „Ja, das ist echt nicht schön, aber du musst das ja auch gar nicht so ernstnehmen!“ 

– „Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen, dass du Mails zu wichtigen Terminen nicht bekommst. Aber erkundige dich doch einfach selbst nach diesen E-Mails!“ 

– „Ja, es stimmt, dass du immer wieder unterbrochen wirst, wenn du etwas sagst. Rede doch einfach selbst dazwischen und verschaffe dir Gehör!“ 

– „Es gibt doch auch viel schlimmere Dinge. Immerhin hast du ja uns und eigentlich ist es doch ganz schön hier!“

Die Reaktion anderer Menschen ist häufig ein Abtun dessen, wie du dich fühlst

Doch warum ist das so? Wir Menschen kommen nur sehr schwer damit zurecht, wenn es anderen schlechtgeht. Vor allem bei geliebten Personen wünsche wir uns, dass es ihnen gutgeht. Sagt diese Person zu uns, dass es ihr schlechtgeht, halten wir diese Emotion schwer aus. Wir versuchen daher, direkt eine Lösung aufzuzeigen. Wir sagen etwas Gutes, worauf sich unser Gegenüber dann fokussieren kann und kommen direkt mit einer Idee.

Grundsätzlich bin ich ein Freund davon, lösungsorientiert zu denken. Doch die Lösung sollte im zweiten Schritt kommen und auch nur, wenn dein Gesprächspartner zum jetzigen Zeitpunkt eine Lösung möchte. Im ersten Schritt ist es wichtig, Verständnis für Gefühle, Empfindungen und die Situation zu zeigen. 

Zeige erst Verständnis, bevor du Lösungsvorschläge machst

Vielleicht kann deine Vertrauensperson dein Gefühl nicht genau nachempfinden, da sie selbst noch nicht gemobbt wurde. Es geht auch gar nicht darum, dieselbe Emotion zu teilen oder so zu empfinden. Es geht darum, Verständnis zu zeigen. 

Ich sehe, dass es dir schlechtgeht. Ich verstehe, dass du ungern zur Arbeit gehst und dich in Meetings unwohl fühlst. Das ist eine wirklich herausfordernde Situation für dich. Ich kann so gut nachempfinden, dass du dich dadurch unbedeutend und unwichtig fühlst, wenn du keine Mails mit wichtigen Terminen bekommst und dich das traurig macht.

Das ist der erste Schritt, wenn du jemandem Verständnis entgegenbringen möchtest. Im zweiten Schritt kannst du fragen, ob die gemeinsame Erarbeitung einer Lösung hilfreich wäre. Erkundige dich, ob Ideen erwünscht sind. Beispielsweise, damit das Leben eines dir wichtigen Menschen wieder leichter wird, sie wieder gerne zur Arbeit geht und mit dem Mobbing besser umgehen kann. Wenn sie damit einverstanden ist, kannst du eine Lösung vorschlagen. 

Es gibt so viele Situationen in unserem Alltag, in denen wir immer sofort eine Lösung anbieten oder das Problem einfach abtun. Wir meinen das nur gut und wollen den Menschen vermitteln, dass es doch gar nicht so schlimm ist. In diesem Moment nehmen wir unser Gegenüber jedoch überhaupt nicht ernst, was oftmals zur Folge hat, dass sich Menschen rechtfertigen und immer mehr erklären. Setze dich einmal in die Situation deiner Gesprächspartnerin hinein. Was würdest du dir in so einer Situation wünschen? Bestimmt würdest du dich zunächst auch über Verständnis freuen.

In einer derartigen Situation wünschen wir uns oft Gleichgesinnte, die etwas Ähnliches erlebt haben. Mit diesen Gleichgesinnten wollen wir dann genau über dieses Thema sprechen, da sie uns Verständnis entgegenbringen und unsere Gefühle im besten Fall auch noch nachempfinden können. 

Analysiere dein eigenes Verhalten und das deines Umfeldes

Achte gerne künftig einmal auf Situationen, in denen du verstanden werden möchtest. Wie treten die Menschen dir gegenüber? Vermitteln sie dir, dass es gar nicht so schlimm ist, oder nehmen sie dich voll und ganz ernst? Zeigen sie Verständnis dafür, wie du dich gerade fühlst? Sieh genauer hin, wie du dich bei beiden Varianten fühlst. 

Achte auch einmal darauf, wie sich andere Menschen in deinem Umfeld in derartigen Situationen verhalten und wie du darauf reagierst. Sehr spannend dabei ist, wie dein Gegenüber wiederum auf deine Reaktion reagiert. 

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Berichte mir sehr gerne über deine Erfahrung in den Kommentaren. Ich bin gespannt darauf, welche Unterschiede du bei dir selbst oder bei anderen Menschen bemerkst. 

Möchtest du künftig besser verstanden werden oder dein Umfeld besser verstehen? Dann helfe ich dir gerne dabei. Als Kommunikationstrainerin weiß ich genau, wie viel wir mit unserer Kommunikation erreichen können. Buche dir einfach einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch. Hierbei finden wir gemeinsam heraus, was du mit deiner Kommunikation erreichen möchtest. 

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