Ungefragte Ratschläge – sind sie eher Fluch oder Segen?

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Ungefragte Ratschläge - Sabrina Adams - Kommunikationstraining & Persönlichkeitsentwicklung

Gibst du anderen einen Rat? Vor allem: gibst du anderen einen ungefragten Rat? Auf dieses Thema möchte ich heute gerne etwas genauer eingehen. Vor allem bei Instagram ist das ein heiß diskutiertes Thema bei mir mit vielen Kommentaren. Ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlich die Menschen diesbezüglich darüber denken.

Deshalb möchte ich dich heute ein wenig zum Nachdenken anregen.

Wie empfindest du, wenn du einen Rat erhältst?

Bestimmt gibst du anderen auch hin und wieder einen Ratschlag. Sehr interessant ist aber, ob dieser Ratschlag ungefragt kam. Möchte jemand etwas von dir wissen und du gibst einen Rat, ist das ein gefragter Rat. Wenn du von deinem Gegenüber aber nicht um deine Meinung gebeten wirst, ist das ein ungefragter Ratschlag.

Ist für dich ein ungefragter Rat, den du von anderen bekommst, ein Fluch oder ein Segen? Magst du das total gerne oder ist das eher nicht so dein Ding? Das kann natürlich von Situation zu Situation unterschiedlich sein. Aber was ist dein erster Impuls auf diese Frage?

Vielleicht fühlt sich ein ungefragter Rat für dich nervig, belehrend oder belästigend an. Oder es ist eine Bereicherung für dich, woran du wachsen kannst oder etwas, das dich zum Nachdenken anregt.

Teste das gerne auch mal in deinem Alltag, wie es sich anfühlt, wenn du Ratschläge bekommst. Wichtig dabei ist immer, WIE dir diese Person einen Rat gibt. Warum ist dieser Ratschlag gerade eine Bereicherung für dich oder warum macht er dich wütend?

Warum geben wir anderen Menschen ungefragt einen Rat?

Stell dir vor, das Kind einer Mutter hat auf offener Straße einen Wutanfall. Jemand bleibt stehen und sagt: „Versuchen Sie doch mal dies oder das, um das Kind zu beruhigen“. Gerade bei dem Thema Kinder begegnen mir häufig ungefragte Ratschläge. Doch möchten wir in derartigen Situationen Ratschläge?

Auf meine Frage bei Instagram, warum ein ungefragter Rat gegeben wird, kamen verschiedene Antworten. Vielleicht tun wir das auch einfach unterbewusst, ohne darüber nachzudenken.

Einige der Antworten und meine Gedanken dazu möchte ich gerne mit dir teilen.

1. „Ich möchte anderen helfen“

Hilfst du damit denn wirklich? Wenn du helfen möchtest, ist es wichtig zu wissen, was dein Gegenüber in dem Moment überhaupt braucht. Vielleicht möchte die Person verstanden oder gesehen werden. Vielleicht möchte sie auch einen konkreten Tipp, wie diese Person weitermachen soll. Das wäre dann ein Rat.

Frage also am besten, wie du deinem Gegenüber helfen könntest. Du kannst einfach fragen, ob die Person gerne einen Ratschlag von dir hätte oder deine Meinung wissen möchte. Denn, was dir hilft, muss nicht zwangsläufig auch anderen Menschen helfen.

2. „Weil ich es besser weiß und mein Wissen weitergeben möchte“

Warum möchtest du dein Wissen denn weitergeben? Möchtest du dein Gegenüber inspirieren, zum Nachdenken anregen oder helfen? Oft wissen wir etwas scheinbar besser. Aber was genau möchtest du mit deinem besseren Wissen erreichen?

Darüber solltest du dir zunächst klarwerden. Denn wir wissen auch gar nicht, ob diese Person sich weiterentwickeln oder über etwas nachdenken möchte.

3. „Weil ich das Leid schwer ertrage“

Das ist sicher ein häufiger Grund, der uns gar nicht so sehr bewusst ist. Es fällt uns unfassbar schwer, Leid auszuhalten, etwas zu ertragen und zu sehen, wie sich unser Gegenüber quält oder nicht vorankommt.

Auch hier ist die Frage, was diese Person möchte. Vielleicht kommt dein Gegenüber nur so an einen Punkt, um einen Schritt weiterzukommen. Hier hast du ebenfalls die Möglichkeit, einfach nachzufragen. Frag direkt, ob oder wie du dieser Person weiterhelfen kannst und ob sie einen Ratschlag von dir möchte.

Wenn du das Leid anderer nicht ertragen kannst, darfst du gerne wahrnehmen, dass es DIR gerade schwerfällt. Mit einem ungefragten Rat hilfst du eigentlich mehr dir selbst, da du dieses unangenehme Gefühl loswerden möchtest.

Teile doch einfach deine Gedanken mit, dass es dir sehr schwerfällt, diese Person leiden zu sehen und ob sie einen Rat möchte. Wenn du fragst, bekommst du eine Antwort und erfährst genau, was dein Gegenüber gerade braucht.

Wichtig ist eine achtsame und bewusste Kommunikation

Wir gehen meist sehr feinfühlig mit uns selbst um, mit dem was wir tun und sagen. So nehmen wir auch unser Gegenüber sehr bewusst wahr. Also können wir schauen, wie diese Person reagiert oder nachfragen, was sie denkt. Alles andere kannst du nur erahnen.

Hohe Achtsamkeit, Präsenz und Wahrnehmung in diesen Momenten finde ich essentiell, um uns bewusster zu begegnen und Beziehungen bewusster zu gestalten, wie sie unseren Werten entsprechen.

Wenn dir klar ist, warum du ungefragt einen Rat geben möchtest, kannst du eine bewusste Entscheidung treffen. Dann weißt du genau, ob es einen bestimmten Grund für deinen ungefragten Rat gibt. Du kannst aber auch feststellen, dass ein ungefragter Rat durch das bewusste Nachdenken nicht sinnvoll erscheint.

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Lass mich doch bitte in den Kommentaren wissen, wie du über dieses Thema denkst. Gibst du gerne Ratschläge? Fragst du nach, ob dein Gegenüber Ratschläge möchte? Und wie fühlst du dich selbst, wenn du ungefragten Rat bekommst.

Schau gerne auch auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Ich freue mich auch hier über einen Austausch.

Möchtest du noch an deiner Stimme arbeiten, um Menschen besser damit zu erreichen?
Dann unterstütze ich dich sehr gerne dabei. Als Kommunikationstrainerin weiß ich genau, worauf es bei deiner Stimme ankommt. Mit ihr bringst du dich selbst zum Ausdruck, überzeugst andere Menschen von etwas und kannst als selbstsicher wahrgenommen werden.
Vereinbare gerne ein kostenloses Erstgespräch und wir können uns etwas näher kennenlernen.

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