Warum es uns so schwerfällt, KEINEN Rat zu geben

Für wen sind eigentlich gut gemeinte Ratschläge wirklich gut? Sind sie gut für die Person, die den Rat erhält? Oder vielleicht eher für die Person, die den Rat gibt? Über das Thema Ratschläge habe ich schon öfter gesprochen. Vor allem über ungefragte Ratschläge.

In diesem Blogartikel findest du meine persönliche Ansicht, warum ich es ungünstig finde, anderen Menschen ungefragt Ratschläge zu geben. Heute soll es aber darum gehen, warum es uns so unheimlich schwerfällt, anderen keinen Rat zu geben.

Ich beobachte immer wieder, dass sehr viele Menschen ungefragten Rat geben. Ich selbst tu das übrigens auch. Und wenn du mich schon ein wenig kennst, dann weißt du, dass ich mir häufig „Warum-Fragen“ stelle. Mich interessiert es immer sehr, warum wir ein bestimmtes Verhalten zeigen. Die Beweggründe zu erforschen ist für mich total interessant.

Deshalb habe ich genauer unter die Lupe genommen, warum es uns schwerfällt, keinen Rat zu geben

Neulich hatte ein Nachbarsjunge Besuch von einem Freund. Auf einmal hatten beide sehr viel überschüssige Energie und der Freund hat eine kleine Laterne umgetreten. Auf einmal saß der Freund heulend vor der Haustür. Ich setzte mich zu ihm und hörte ihm einfach nur zu. Der Junge weinte, da die Mutter seines Freundes ihm mitteilte, er wäre bei ihnen ab sofort nicht mehr willkommen.

Seine Eltern holten ihn ab. Der Vater schimpfte den Jungen und redete direkt sehr wütend auf ihn ein. Daraufhin sagte ich zu dem Vater, dass sein Junge vermutlich Verständnis braucht. Und in diesem Moment ertappte ich mich sofort selbst dabei, dass ich einen ungefragten Ratschlag gab. Das passiert den Menschen gerade in Bezug auf Kinder sehr häufig.

Was ich meine betrifft nur ungefragten Rat. Vielleicht möchten wir in diesem Moment überhaupt keinen Rat bekommen.

Sofort habe ich mich gefragt, warum ich das überhaupt gemacht habe. Warum kam das einfach aus mir heraus? Und warum fällt es uns so schwer, keinen Rat zu geben? Warum können wir den Impuls so schwer unterdrücken, anderen ungefragt unsere Meinung oder einen Rat aufzudrücken?

Meine Erkenntnis: Wir halten selbst das Gefühl nicht aus, das in bestimmten Momenten entsteht

Zu diesem Entschluss bin ich gekommen. Ich glaube, wir geben anderen Menschen hauptsächlich gerne einen Rat, weil wir uns selbst besser fühlen wollen. Wir wollen in diesem Moment gar nicht direkt unserem Gegenüber weiterhelfen. Oft behaupten wir aber, dass wir nur helfen wollen. Eigentlich wollen wir aber nur, dass es uns selbst besser geht.

Wenn du wirklich daran interessiert bist, deinem Gegenüber zu helfen, darfst du dieser Person vor allem zuhören. Du wendest dich aufmerksam, einfühlsam und empathisch zu. So findest du heraus, was er oder sie in diesem Moment braucht. Du hast auch immer die Möglichkeit, etwas zu fragen, wie beispielsweise: „Kann ich dir irgendwie weiterhelfen? Was würde dir gerade am besten helfen? Hättest du gerne meinen Rat?“.

Du wirst feststellen, dass es oftmals gar nicht der Rat ist, den jemand gerne hätte. Viel wichtiger ist meist einfach Verständnis. Gesehen werden. Zuhören. Auf die Person eingehen. Es kann sein, dass diese Person gerne einen Rat von dir hätte. Das findest du aber nur raus, wenn du auch fragst.

Wenn es einem Menschen nicht gutgeht, macht es auch etwas mit uns

Meist wollen wir uns also mit einem Ratschlag selbst helfen. Wir ertragen es oftmals nicht, wenn es jemandem schlecht geht. Wir halten es nur schwer aus, das mit anzusehen und es macht etwas mit uns. Wir leiden mit und möchten, dass es der Person besser geht.  In erster Linie möchten wir das meist, da es somit auch uns besser geht.

Ähnlich verhält es sich mit Kindern. Wir geben Tipps, Ratschläge und belehren unsere Kinder. Wir wollen nicht, dass sie dieselben Fehler machen, wie wir. Wir wollen, dass ihnen Dinge gelingen und sie ein leichteres Leben haben. Und warum wollen wir das? Weil wir es kaum aushalten können, wenn unsere Kinder leiden.

In meinem oben genannten Beispiel war die Situation auch für mich sehr schwer auszuhalten. Der Vater schimpfte den Jungen, ohne zu fragen, was überhaupt passiert ist. Er hat aus dem Mund seines eigenen Kindes noch gar nichts zur Situation erfahren. Genau das fiel mir so schwer. Deshalb habe ich einen ungefragten Rat gegeben, und zwar nicht, um dem Jungen oder dem Vater zu helfen. Ich habe mich selbst in den Vordergrund gedrängt.

Du darfst dir gerne immer wieder die Frage stellen, warum du eigentlich einen Rat gibst. Wenn du dieses Warum kennst, kannst du einen passenden Weg finden, um das Warum zu erreichen.

Was denkst du, warum es uns so schwerfällt, keinen Rat zu geben? Lass es mich sehr gerne in den Kommentaren wissen. Ich freue mich wie immer über den Austausch mit dir.

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Sabrina Adams
Sabrina Maru Adams

Kommunikationscoach, Wirtschaftspsychologin.

Seit 2011 begleite ich Unternehmer:innen, Selbstständige, Führungskräfte und Angestellte auf ihrem Weg zu einer bewussten und klaren Kommunikation und einem selbstsicheren und souveränen Auftreten, das zu ihnen passt. Erfahre mehr über mich und folge mir auf Instagram und Linkedin.

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