Beim Sprechen bleibt die Luft weg: 3 Tipps bei Lampenfieber

Du stehst vor Menschen, bist aufgeregt und hast wieder diese Kurzatmigkeit beim Sprechen. Du atmest immer wieder ein, doch es wird nicht besser. Ganz im Gegenteil: Du bekommst noch mehr das Gefühl, dass du keine Luft beim Sprechen hast. Ein Ohnmachtsgefühl, bei dem der Körper plötzlich macht, was er möchte, ist beim Sprechen oft eine Fehlfunktion der Atmung.

Deine Atmung ist der Motor des Sprechens. Sie ermöglicht dir, dass du einen Ton erzeugst, der in deinem Mund zu einem Wort geformt wird. Sprechen ist also nur möglich durch deine Ausatmung. Das heißt, sie leistet einen entscheidenden Beitrag dazu „wie“ du sprichst, also wie deine Vortragsqualität ist. Sicherheit, Souveränität und Stimmstabilität hängen entscheidend von deiner Atmung ab und können hierüber am besten gesteuert werden. Es gibt verschiedene Ursachen, die deine Atmung durcheinander und dich beim Sprechen ins Schwitzen bringen.


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Viele Menschen kennen das Gefühl keine Luft beim Sprechen zu bekommen.
  • Um etwas gegen die Schnappatmung beim Sprechen zu tun, ist es hilfreich die Ursache zu kennen.
  • Kurzatmigkeit beim Sprechen liegt häufig daran, dass dein Bauch angespannt ist und du zu wenig Sprechpausen machst.
  • Wenn du außer Atem beim Reden bist, lass deinen Bauch los und mach mehr Sprechpausen.

Inhalte

Das unangenehme Gefühl, wenn du keine Luft beim Reden hast
Beim Sprechen bleibt die Luft weg: 3 Ursachen
Kurzatmigkeit beim Sprechen: Das kannst du tun

Fazit
FAQ – Häufige Fragen


Das unangenehme Gefühl, wenn du keine Luft beim Reden hast

Ich nehme mein letztes Coaching zum Anlass, um diesen Blogartikel zu schreiben. Schon oft wurde ich mit der Frage konfrontiert was man gegen dieses schreckliche Gefühl machen könne, wenn man vor einer Gruppe spricht und die Kontrolle über sich verliert. Wenn plötzlich der Puls nach oben schießt, die Luft knapper wird und die Stimme anfängt zu zittern.

Diese Atemnot beim Sprechen ist ein unangenehmes Gefühl. Denn schließlich ist die Atmung deine Lebensgrundlage. Und das Gefühl, kaum Luft beim Sprechen zu haben, kann schonmal zu Panik führen. Doch auch, wenn du keine Atemnot beim Sprechen hast, kann es für dich unangenehm sein, immer wieder außer Atem beim Reden zu kommen. Vor allem, wenn du nicht weißt, was du dagegen tun kannst.

Kurzatmigkeit beim Sprechen ist ein Zustand, der für den/die Sprecher:in unangenehm und oft nur schwer kontrollierbar ist. Doch nicht nur du als Sprecher:in störst dich daran. Auch deine Zuhörer:innen werden durch deine Atmung beeinflusst. Als empathische Wesen nehmen wir die Signale unserer Mitmenschen auf und empfinden diese mit. Deshalb kann sich Kurzatmigkeit beim Sprechen auch auf deine Zuhörer:innen auswirken. Wenn du immer wieder außer Atem kommst und nach Luft schnappst, können deine Zuhörer:innen diese Beklemmungen auch spüren und selbst außer Atem kommen. Was kannst du als Redner:in dagegen tun? Wie bekommst du das Ruder wieder in die Hand, um deinen Körper bewusst zu steuern? Damit du gerne sprichst und dir andere gerne zuhören?

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Beim Sprechen bleibt die Luft weg: 3 Ursachen

Da ist wieder der Moment: Du stehst vor Menschen und bekommst keine Luft beim Sprechen. Zumindest fühlt es sich für dich so an. Du atmest ein, doch es wird immer schlimmer. Diese Kurzatmigkeit beim Sprechen hast du immer wieder und du weißt einfach nicht, was du dagegen tun kannst.

Das Wichtigste ist, dass du verstehst, warum du keine Luft beim Reden hast und immer wieder in die Schnappatmung bei Vorträgen oder Präsentationen kommst. Lass uns daher die drei wichtigsten Ursachen anschauen, warum du die „Atemnot beim Sprechen“ hast:

Ursache Nr. 1: Du machst dicht und hältst deinen Bauch fest

Die häufigste Ursache dafür, dass dir beim Sprechen die Luft wegbleibt, ist, dass du deinen Bauch festhältst. Du blockierst deinen Körper und machst dicht. Das heißt, du spannst deinen Bauch an und hältst dein Zwerchfell fest. Dadurch kann sich deine Lunge nicht mehr nach unten ausdehnen. Die Bauchatmung wird verhindert. Du kannst nicht mehr tief in deinen Bauch atmen und die volle Lungenkapazität nutzen, sondern kommst in Hochatmung. Was hat das zur Folge?

  1. Du kannst nicht mehr zwerchfellgestützt atmen und verlierst dadurch Kraft und Energie in deiner Stimme
  2. Deine Stimme wird höher und unsicherer
  3. Du nutzt nur noch einen kleinen Teil deines Lungenvolumens und kommst schneller aus der Puste.

Ursache Nr. 2: Du atmest zu viel ein

Ich erlebe es allzu oft, dass Menschen, die eine Bühne betreten, erst mal tief einatmen, bevor sie das erste Wort sprechen. Und genau da fängt das Problem an. Atmung ist ein Reflex und unser Körper sorgt permanent für genügend Sauerstoff. Im Alltag fällt uns das nicht auf. Wir atmen ohne darauf zu achten und unser Körper bekommt das wunderbar hin. Doch sobald wir vor ein Publikum treten, vergessen wir scheinbar alles. Obwohl wir genügend Sauerstoff haben, um unser Publikum zu begrüßen, atmen wir erst mal tief ein. Schließlich möchten wir etwas sagen und brauchen dafür Luft.

Jetzt frage ich dich: wie genau machst du das im Alltag? Holst du da auch vor jeder Äußerung erstmal tief Luft? Bestimmt nicht, denn dein Körper reguliert das ganz von alleine und ergänzt immer wieder in kleinen Häppchen die nötige Luftmenge. Doch auf einer Bühne meinen wir plötzlich, dass alles ganz anders laufen müsse. Wir atmen immer wieder nach, weil wir das Gefühl nicht loswerden zu wenig Luft zu haben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Durch das häufige Nachatmen sammelst du immer mehr Sauerstoff an, den du beim Sprechen gar nicht mehr vollständig verbrauchen kannst. Du kommst also langsam und sicher in einen völligen Sauerstoffüberschuss. Einfach ausgedrückt: Du atmest zu viel ein und hast du viel Luft in deiner Lunge. Dein Puls fängt an zu steigen, deine Stimme wird instabil und du bekommst gar nicht mehr mit, was du sagst.

Ursache Nr. 3: Du machst zu wenig Pausen beim Sprechen und kommst in die Schnappatmung

Ein häufiges Phänomen ist auch, dass wir ohne Punkt und Komma reden und uns keine Zeit für Pausen nehmen. Vielleicht kennst du das auch: Du sprichst ohne Punkt und Komma, um den Satz unbedingt noch zu Ende zu bringen und alles darin einzubauen, was wichtig ist. Du merkst nicht, dass dein Körper durch das Sprechen immer mehr Luft verliert und du am Ende mit dem bisschen Restluft noch das letzte Wort herauspresst.

Jetzt hast du so viel Luft verloren, dass ein tatsächlicher Sauerstoffmangel vorliegt. Du schnappst nach Luft und atmest in Windeseile eine riesige Luftmenge ein. Deine Lunge ist jetzt aufgepumpt wie ein praller Luftballon und es hat sich ein Überdruck aufgebaut. Die Stimmqualität sinkt, denn alles was jetzt aus deinem Mund kommt, ist fest und gepresst. Doch anstatt aus dem Fehler zu lernen, beginnst du erneut einen Marathonsatz und sprichst bis zum letzten bisschen Restluft.

Und dann? Pumpst du dich wieder mit Luft voll und das Spiel beginnt von vorne. Nicht nur, dass deine Stimme hörbar angespannter klingt, nach einer gewissen Zeit wird diese Anstrengung auch für dich spürbar. Das Kloßgefühl im Hals setzt ein, du beginnst dich zu räuspern und so langsam hört das Kratzen in deiner Stimme nicht mehr auf.


Kurzatmigkeit beim Sprechen: Das kannst du tun

Jetzt kennst du die möglichen Gründe für deine Kurzatmigkeit beim Sprechen. Doch dein Wunsch ist es, dass du nicht mehr außer Atem beim Reden kommst. Dass du vor Menschen sprichst und dich dabei wohlfühlst. Um aus dem Dilemma herauszukommen, versuche zunächst die genaue Ursache zu identifizieren. Kennst du die Ursache, dann wähle hierfür die passende Strategie aus:

1. Spannungen lösen

Hast du Ursache Nr. 1 identifiziert, dann lasse die Spannungen im Körper los. Versuche insbesondere deinen Bauch wieder locker zu lassen, damit sich das Zwerchfell an der Atmung wieder aktiv beteiligen kann. Löse auch die Spannungen im Hals und ermögliche deinem Körper die Atmung wieder physiologisch zu regulieren.

2: Ausatmen

Ist die Ursache des Problems, dass du zu viel einatmest (Ursache Nr. 2), dann atme aus. Und zwar geräuschlos durch die Nase, damit du es völlig unbemerkt tun kannst. Lass die Luft vollständig raus und ermögliche deinem Körper am Ende die nötige Luft zu ergänzen. Dein Körper wird sich automatisch die Luftmenge holen, die er braucht, ohne dass du aktiv nachhelfen musst.

3: Pausen machen

Liegt Ursache Nr. 3 vor und du beginnst nach Luft zu Schnappen, dann mach beim Sprechen mehr Pausen. Baue immer wieder unterschiedlich lange Pausen ein und geb in der Zeit deinem Körper die Möglichkeit einzuatmen. Mach auch dann Pausen, wenn der Satz noch nicht fertig gesprochen ist, denn, anders als beim geschriebenen Text, kannst du frei von Satzzeichen sprechen.


Fazit

Du stehst vor Menschen und bist nervös. Du merkst: Beim Sprechen bleibt die Luft weg. Doch anstatt einzuatmen, wie du es bisher gemacht hast, machst du jetzt genau das Gegenteil: Du atmest aus. Und lässt dann deinen Bauch los. Damit dein Körper von ganz alleine die Luftmenge ergänzt, die er jetzt gerade braucht. Damit du entspannt und mit einer sicheren Stimme präsentieren kannst. Das nächste Mal, wennd u mal wieder eine Luft beim Sprechen hast, denke an folgende 3 Punkte:

  • Bauch loslassen
  • Ausatmen
  • Sprechpausen machen

Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren und spannende Sprecherfahrungen – ob beim nächsten Meeting, Vortrag oder beim Präsentieren. Nimm dich wahr und reagiere drauf!


Häufige Fragen

Warum habe ich Atemnot beim Sprechen?

Das paradoxe ist, dass die gefühlte Atemnot beim Sprechen mit einem zu viel an Luft einhergeht. Du atmest immer wieder Luft ein, weil du das Gefühl hast nicht genug Luft beim Sprechen zu haben. Doch in Wahrheit hast du genug Luft und kommst durch das ständige Einatmen in einen Luftüberschuss. Dieser fühlt sich für dich wie eine Atemnot an. Es kann jedoch auch sein, dass deine Atemnot eine andere medizinische oder organische Ursache hat, die du vom Arzt abklären lassen solltest.


Warum bleibt mir die Luft beim Sprechen weg?

Das kann verschiedene Gründe haben. Der häufigste Grund ist die hohe Anspannung und Nervosität beim Sprechen. Bist du unsicher und aufgeregt, spannst du deinen Körper an, sprichst schnell und mit wenig Pausen. Du hast den Eindruck, dass dir die Luft beim Sprechen wegbleibt. Bring deine Atmung wieder zum Fließen, nimm dir Zeit für Pausen und lass die Anspannungen in deinem Körper los. Sollte dir aus anderen Gründen die Luft beim Sprechen wegbleiben, dann kläre dies medizinisch ab. Es kann sein, dass du unter Heuschnupfen, Asthma oder anderen Allergien leidest. Oder einen Infekt oder eine andere Krankheit hast, die das hervorruft.


Was kann man gegen Schnappatmung bei Vorträgen tun?

Das Wichtigste bei Schnappatmung bei Vorträgen ist, dass du deinen Bauch loslässt und wieder in deine gesunde und physiologische Atmung zurückfindest. Dein Körper ergänzt automatisch die Luftmenge, die er fürs Sprechen braucht. Das A und O ist: Spannungen loslassen und in die Entspannung kommen.


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Sabrina Adams
Sabrina Maru Adams

Expertin für Stimme und Kommunikation, Wirtschaftspsychologin (M.Sc.) und Logopädin.

Ich liebe Menschen und ihre Einzigartigkeit. Seit 2011 begleite ich Selbstständige und Angestellte auf ihrem Weg zu einer klaren und selbstbewussten Kommunikation, die zu ihnen passt. Damit sie mit ihrer Persönlichkeit begeistern. Du bist wertvoll, genauso, wie du bist und kannst Wertvolles erschaffen, wenn du dich selbst zum Ausdruck bringst. Erfahre mehr über mich und hör in meinen Podcast rein.

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