Aufmerksames Zuhören – warum es für ein gutes Gespräch so wichtig ist und 5 Tipps, wie es dir gelingt

Sabrina AdamsCoaching, KommunikationLeave a Comment

Aufmerksames Zuhören - Sabrina Adams - Kommunikationstraining & Persönlichkeitsentwicklung

Zuhören ist nicht gleich Zuhören. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber ich merke sofort, ob sich mein Gegenüber wirklich für mich interessiert und ob er/ sie tatsächlich bei mir in diesem Gespräch ist. Aufmerksames und aktives Zuhören ist zentral und essenziell für jedes gute Gespräch. Ich würde sogar sagen für eine gute zwischenmenschliche Beziehung.

Genau deshalb möchte ich dir heute einiges über das aufmerksame Zuhören erklären. Du bekommst 5 nützliche Tipps, die du sofort in deinem Alltag umsetzen kannst, um besser zuzuhören.

Wenn Menschen nur von sich erzählen und nicht zuhören, findet kein richtiges Gespräch statt

Mich beschäftigt das Thema aktives Zuhören schon eine ganze Weile. Einerseits, weil es für jedes gute Gespräch unerlässlich ist. Andererseits, weil ich immer wieder in meinem Alltag erlebe, dass mir selbst Menschen nicht aufmerksam zuhören.

Das macht etwas mit mir. Es führt dazu, dass ich gar nicht mehr von mir erzählen möchte. Gleichzeitig bin ich immer weniger an diesem Austausch interessiert. Irgendwann wird auch mein Interesse an meinem Gegenüber geschmälert.

Erzählen Menschen nur von sich und hören nicht zu, findet irgendwann gar kein echter Austausch statt, sondern ein Monolog. Wenn sich zwei Menschen begegnen und beide nur von sich erzählen, sind es zwei Monologe.

Ich beobachte zunehmend, dass gar keine echten Gespräche mehr stattfinden. Mir fehlt dabei, dass:

– Sich zwei Menschen miteinander austauschen
– Gegenseitiges Interesse besteht
– Eine Person etwas sagt und die andere Person zuhört
– Die Personen gegenseitig auf das Gesprochene eingehen
– Ein richtiger Austausch stattfindet

Ich beobachte viel mehr, dass zwei Menschen Monologe miteinander führen. Beide gehen nicht wirklich aufeinander ein. Sie hören sich nicht wirklich zu und nehmen nicht Bezug zu dem, was die andere Person gerade gesagt hat.

Wie geht es dir, wenn du mit jemandem sprichst, aber dein Gegenüber gar nicht so richtig bei dir ist?

Oder was fühlst du, wenn dein Gegenüber die ganze Zeit nur von sich erzählt? Du hast gar keine Möglichkeit, von dir zu erzählen. Tust du es doch, wirst du sofort unterbrochen. Das Gespräch wird wieder auf die andere Person gelenkt.

So stelle ich mir keine aufrichtige Kommunikation vor. Du bestimmt auch nicht.

Das bedeutet richtige Kommunikation

– Austausch
– Interaktion
– Sehen und gesehen werden
– Sprechen und zuhören
– Bei sich und dem Gegenüber zu sein

Es ist ein interaktiver Prozess, ein gegenseitiges aufeinander Eingehen und gegenseitiges Verständnis. Deshalb ist das Zuhören genauso wichtig, wie das Sprechen.

Was genau bedeutet aufmerksames Zuhören? Und wie kann ich das umsetzen?

Damit du deinem Gegenüber aufmerksam zuhören kannst, ist die wichtigste Voraussetzung ehrliches Interesse. Bist du an den Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Empfindungen deines Gegenübers interessiert, wirst du auch zuhören. Und zwar aufmerksam, interessiert und aktiv. Denn du möchtest ja herausfinden und erfahren, wie es dieser Person gerade geht und wie sie empfindet.

Beim aufmerksamen Zuhören geht es vor allem darum, dass du in dem Moment bei deinem Gegenüber bist. Das heißt, dass du nicht dabei denkst: „Wie geht es mir damit, wie würde ich das erleben, welche ähnlichen Erfahrungen habe ich gemacht?“ Nein, es heißt, dass du wirklich zuhörst und versuchst, die Person in dem Moment auch wirklich aus seiner/ ihrer Sichtweise zu verstehen.

Mit verstehen meine ich nicht, dass du der gleichen Meinung bist. Es geht lediglich darum, dass du die Gefühle und Denkweise verstehst.

Warum wir meist nicht aufmerksam zuhören

Achte doch mal in deinem Alltag darauf, ob du anderen Menschen wirklich aufmerksam zuhörst. Es ist unglaublich, wie schnell wir bei uns selbst sind. In den meisten Fällen läuft es so ab:

Uns wird beispielsweise erzählt, dass sich unser Gegenüber gar nicht gerne vor der Kamera zeigt, Videos aufnimmt und sich richtig unwohl dabei fühlt.

Meist hören wir dann erst zu und sagen sofort: „Ja stimmt, da geht’s mir ganz genauso. Ich finde es auch furchtbar, vor der Kamera zu stehen“. Wir hören zwar zu, aber im Moment des Zuhörens rattert es schon in unserem Kopf, wie es uns damit geht.

Kommt dir das bekannt vor? Kennst du diese Gespräche? Ich würde mal behaupten, dass du diese Situationen kennst. Wir sind also nicht bei der anderen Person, sondern direkt wieder bei uns und erzählen auch von uns. Genau das bedeutet eben nicht aufmerksames Zuhören.

Aufmerksames Zuhören heißt, du bist interessiert an deinem Gegenüber. Du bleibst auch erst bei dieser Person und gehst zunächst nur darauf ein.

Meine 5 besten Tipps, wie du ab sofort aufmerksam zuhören kannst

1. Halte Blickkontakt

Schaue dein Gegenüber an. In diesem Moment signalisierst du, dass du zuhörst und aufmerksam bei dieser Person bist. Damit meine ich keinen unangenehmen, starren und aufdringlichen Blick. Du siehst die Person einfach interessiert an. Dabei siehst du nicht ständig auf die Uhr, aus dem Fenster oder auf dein Handy.

Natürlich kannst du auch mal kurz wegsehen und deinen Blick verändern. Es geht nur darum, präsent in diesem Moment zu sein. Und zwar präsent, aufmerksam und interessiert. Dafür ist der Blickkontakt essenziell. Bist du wirklich aufmerksam und interessiert, siehst du diese Person automatisch auch an.

2. Achte auf eine zugewandte Körpersprache

Wende dich deinem Gegenüber zu. Auch das kannst du auf deine Art und Weise machen. Du kannst selbst entscheiden, ob du dich am Stuhl anlehnst, oder dich etwas weiter nach vorn beugst. Du findest selbst heraus, wie es für dich in diesem Moment stimmig ist.

Wichtig ist nur, dass du dich mit deinem ganzen Körper zuwendest. Niemand fühlt sich wohl, wenn du jemandem während eines Gesprächs den Rücken zeigst.

3. Sende Aufmerksamkeitssignale

Diese Signale sind wirklich wichtig für dein Gegenüber. Das wäre beispielsweise ein Kopfnicken oder ein „Mhm“. Du bringst einfach zum Ausdruck, dass du aufmerksam zuhörst. Gerade am Telefon sind diese Signale essenziel. Dein Gegenüber braucht diese Signale und muss erkennen, dass du wirklich noch zuhörst. So merkt die Person, dass du immer noch bei ihr und nicht abgelenkt bist.

Sitzt du jemandem live oder per Video gegenüber, kannst du nicken oder Zeichen mit deiner Stimme geben. Am Telefon hast du aber nur deine Stimme. Deshalb ist es hier noch wichtiger, Aufmerksamkeitssignale zu geben. Sonst könnte dein Gesprächspartner denken, du bist gar nicht mehr da.

Achte unbedingt darauf, was sich für dich gut und natürlich anfühlt. Würdest du die ganze Zeit ununterbrochen mit dem Kopf nicken, wirkt das etwas seltsam und aufgesetzt.

4. Gebe deinem Gegenüber Raum durch Sprechpausen

Damit dein Gegenüber auch dir aufmerksam zuhören kann, kannst du immer wieder Sprechpausen nutzen. So bekommen deine Gesprächspartner Raum, um zu reagieren und zu sprechen. Nur so bekommt die andere Person eine Chance von dir, etwas zu erzählen. Du verhinderst damit also einen Monolog. Es können Gedanken geteilt und Erfahrungen ausgetauscht werden.

Mit den Sprechpausen signalisierst du der anderen Person, dass sie nun selbst etwas dazu sagen kann. In diesem Moment zeigst du, dass du aufmerksam zuhörst, was diese Person zu sagen hat. Lass sie ausreden und höre zu, ohne sofort wieder von dir zu erzählen.

5. Nehme Bezug zu Äußerungen

Das heißt, du nimmst Bezug zu dem, was die andere Person gesagt hat. Stelle Rückfragen, hake nach oder gib das von der Person eben Gesagte in deinen eigenen Worten wieder. Frag nach den Gefühlen deines Gegenübers und geh auf das Erzählte ein. Und zwar ohne sofort über deine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema zu berichten.

Fazit: Eine echte Kommunikation findet nur dann statt, wenn wir unserem Gesprächspartner auch Aufmerksamkeit schenken

Du selbst fühlst dich garantiert besser, wenn andere dir wirklich zuhören. Das heißt, wenn sie nicht abgelenkt sind und auch kein Desinteresse zeigen. Versuche deshalb selbst in Gesprächen dein aufrichtiges Interesse zu zeigen, indem du diese 5 Tipps umsetzt.

Bitte verstehe das aufmerksame Zuhören nicht als Methode oder Technik, um die Punkte abzuhaken. Dann bist du nicht mehr echt und alles wirkt nur noch künstlich. Es geht vielmehr um echte Begegnungen und ein aufrichtiges Verhalten.

Wie ist das denn bei dir? Hörst du anderen Menschen in Gesprächen wirklich aufmerksam zu und zeigst es auch? Wie signalisierst du das bisher? Und hören andere dir immer aufmerksam zu?
Ich freue mich über deine Erfahrungen und einen Austausch in den Kommentaren.

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