Ja, ABER… – mit diesem Wort machst du deinen Inhalt bedeutungslos

Katharina JöbstlKommunikation, Körpersprache, PersönlichkeitLeave a Comment

Warum du mit dem Wort Aber deine Inhalte bedeutend machst

Kennst du folgende Aussagen, wie: „Ja das stimmt schon. Ich sehe das auch so, aber vielleicht würde ich es doch beim nächsten Mal etwas anders machen.“ Oder: „Ja ich weiß, der Kollege ist tatsächlich sehr launisch. Aber man muss es auch nicht ganz so wild sehen“. Oder: „Ja, ich finde deinen Vorschlag ziemlich gut. Aber diese Kleinigkeit würde ich noch verändern“. 

Ja, aber… 

In diesem Beitrag geht es einmal wieder um unsere Worte, und zwar um das Wort „aber“. Es ist ein sehr beliebtes Wort und auch ich benutze es noch oft. Gerne kläre ich dich darüber auf, welche große Wirkung dieses kleine Wort hat und wie du es ersetzen kannst bzw. bewusster benutzt. 

Das „Aber“ macht den Inhalt vor dem Wort bedeutungslos 

Wenn du also sagst: „Das hast du ziemlich gut gemacht! Aber versuche doch hier noch eine Kleinigkeit zu ändern“. Dann machst du den Teil „das hast du ziemlich gut gemacht“ leider kaputt. Der Zusatz nach dem Wort „aber“ geht in die andere Richtung. Dadurch ist der erste Teil des Satzes nicht mehr so bedeutungsvoll.  

Es ist letztendlich nicht so gut, wie du es rückmelden möchtest, denn das „Aber“ schwächt den Satz leider ab. 

Das kannst du statt „aber“ sagen 

Stattdessen kannst du sagen: „Das hast du ziemlich gut gemacht. Was hältst du davon, wenn du hier noch eine Kleinigkeit veränderst?“ Du ersetzt also das „aber“ durch einen positiveren zusätzlichen Satz. Zudem kannst du auch „und“ anstatt „aber“ verwenden. Das funktioniert oft, jedoch nicht immer. 

Sehen wir uns nochmal das vorherige Beispiel mit dem launischen Kollegen an: „Ja, der Kollege ist wirklich sehr launisch und ich finde das auch echt nervig. Vielleicht findest du einen Umgang damit, dass es dich nicht so ärgert“. Hierbei bleibt die Aussage, dass der Kollege launisch ist, voll und ganz so stehen und die Bedeutung geht nicht verloren. Du möchtest ja sagen, dass sich dein Gegenüber das Leben durch den launischen Kollegen nicht so schwer machen soll.  

Nehmen wir noch ein Mitarbeitergespräch als Beispiel mit auf. Der Vorgesetzte sagt zu seinem Mitarbeiter: „Herr Müller, Sie haben dieses Jahr wirklich gute Leistungen erzielt. Aber für nächstes Jahr wünsche ich mir noch eine Leistungssteigerung“. Das vorangegangene Lob bleibt so leider nicht mehr stehen. Das „Aber“ suggeriert Herrn Müller, dass er zwar eine gute Leistung erzielt hat, aber irgendetwas doch nicht stimmt.  

Der Vorgesetzte könnte also sagen: „Herr Müller, Sie haben dieses Jahr wirklich gute Leistungen erzielt und für nächstes Jahr wünsche ich mir noch eine Leistungssteigerung“. In diesem Fall passt „und“ wunderbar und schwächt das Lob nicht ab. Hier bietet es sich sogar an, auf „und“ zu verzichten und einen neuen Satz anzuhängen. Der Satz würde dann so lauten: „Herr Müller, Sie haben dieses Jahr wirklich gute Leistungen erzielt. Für nächstes Jahr wünsche ich mir dann noch eine Leistungssteigerung“.  

Wie oft sagst du „aber“ und wie kannst du es bewusster benutzen?  

Achte doch selbst einmal darauf, wie oft und vor allem wann du „aber“ verwendest. Dann kannst du dir die Frage stellen, ob du es auch wirklich sagen möchtest. Frage dich, ob es für dich in diesem Moment passt. 

Es ist auf jeden Fall ein Umlernen und benötigt etwas Übung. Genau so verhält es sich, wenn du dir Räuspern oder Lückenfüller abgewöhnen möchtest. Das beginnt immer mit der Bewusstheit und der Wahrnehmung. Im ersten Schritt sollte dir selbst auffallen, wann du das Wort „aber“ verwendest. Im nächsten Schritt kannst du dich fragen, ob du es auch wirklich gerade sagen möchtest. Anschließend überlegst du dir, wie du diesen Satz anders formulieren kannst bzw. was du generell zum Audruck bringen willst. 

Unser Gehirn ist sehr lernfähig und irgendwann fällt es dir schon auf, bevor du „aber „sagen möchtest. Du wirst mit der Zeit wesentlich bewusster sprechen, ohne darüber nachzudenken. Immerhin soll das Sprechen ja nicht anstrengend werden, sondern mit Leichtigkeit und Freude funktionieren. Zudem möchtest du mit dem Sprechen Beziehungen und das Miteinander so gestalten, wie du es gerne willst. Dafür ist es wichtig, dir auch deine Worte anzusehen.  

Denke gerne darüber nach, was du sagst und wie du die Beziehungen zu deinen Mitmenschen gestalten möchtest. Ist dir wichtig, dass ein Lob mit seiner vollen Bedeutung stehenbleibt? Oder möchtest du es durch das Verwenden von „aber“ kaputt machen? 

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wie oft du bisher „aber“ in deinem Alltag verwendest. Ich freue mich sehr, wenn ich dich in diesem Beitrag ein wenig zum Umdenken anregen konnte. Vielleicht wird dir erst jetzt bewusst, was das kleine Wörtchen „aber“ für eine große Bedeutung haben kann.  

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