Die 5 Elemente der Körpersprache

Sabrina AdamsKommunikation, Körpersprache, PräsentationenLeave a Comment

Elemente der Koerpersprache

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Dieses Zitat von Paul Watzlawick zeigt, welche Bedeutung die Körpersprache bei der Kommunikation hat. Immer, wenn wir Menschen gegenübertreten, spricht unser Körper – egal ob wir reden oder schweigen. Denn er sendet permanent Signale aus. Doch was genau gehört zur Körpersprache?

Unsere Arme, Hände und der Kopf reden mit

Ich möchte euch gerne die für mich wichtigsten Elemente der Körpersprache vorstellen, die sich lohnen ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Schauen wir uns erst einmal die Gestik an, also Bewegungen unserer Arme, Hände und des Kopfes. Beim Sprechen sind unsere Arme sehr präsent. Sie bewegen sich von recht nach links, von oben nach unten, stützen sich auf den Tisch vor uns ab oder werden verschränkt. Sie zeigen zahlreiche Facetten und unterstreichen unsere Worte sehr beeindruckend. Es ist so interessant und absolut lohnenswert die eigene Gestik einmal genauer zu betrachten und kennenzulernen. Dabei wirst du vielleicht feststellen wie viele unterschiedliche Gesten du bereits machst und wie nützlich das ein oder andere für dich beruflich sein könnte. Direkt verbunden mit unseren Armen sind unsere Hände. Auch sie sind fleißig am Mitreden und vollführen die tollsten Dinge. Ein Daumen nach oben, den mahnenden Zeigefinger oder andere spannende Bewegungen dienen der Kommunikation. Neben vielen hilfreichen und unterstützenden Gesten gibt es aber auch Bewegungen, die wir persönlich gar nicht so passend finden. Ein nervöses am Ring Rumspielen oder an den Fingernägeln Knipsen würdest du in einem Verkaufsgespräch oder beim Präsentieren eher nicht machen wollen. Genau deshalb ist es hilfreich seine Wahrnehmungsfähigkeit zu stärken, um die eigenen Gesten beim Sprechen erst einmal kennenzulernen und im zweiten Schritt dann bewusst einzusetzen. Ich erlebe es oft, dass Menschen zu mir kommen und sich wünschen in bestimmten Gesprächssituationen ruhiger und weniger zu gestikulieren. Sie versuchen ihren Bewegungsdrang zu unterdrücken und die Arme nur noch sehr gezielt einzusetzen. Doch diese Unterdrückung hat oftmals zur Folge, dass die Energie woanders hingelenkt wird – zum Beispiel in den Kopf. Dieser wird dann nach vorne, hinten oder seitlich mitbewegt und das Gesamtbild ist überhaupt nicht mehr stimmig. Viel besser als etwas loswerden zu wollen ist es, sich bestmöglich kennenzulernen und zu schauen wie man seine Persönlichkeit im Gespräch authentisch und zielführend einsetzen kann. Wie gestikulierst du beispielsweise, wenn du Ruhe empfindest und souverän bist? Mache dir diese Facette zu Nutze und versuche diese in deinem Gespräch gezielt einzusetzen. Dann wirst du authentisch bleiben, dich wohl in deiner Haut fühlen und kommst deinem Ziel ein Stückchen näher.

Was will uns dieser Blick sagen?

Ein weiteres wichtiges Element ist die Mimik, also alle unsere Gesichtsbewegungen. Ein heruntergezogener Mundwinkel, das Anheben der Augenbrauen, Ein Lachen, offene strahlende oder grimmige Augen. Unsere Mimik ist Ausdruck unserer Emotionen und wir können anderen Menschen ziemlich gut im Gesicht ansehen in welcher Emotion sie gerade stecken. Schauspieler sind grandiose Meister ihr Gesicht gezielt sprechen zu lassen. Doch das wollen wir in unserer alltäglichen Situation nicht. Es geht nicht darum zu schauspielern. Es geht vielmehr darum, seinen eigenen Ausdruck kennenzulernen und hinzuschauen was unser Gesicht nach außen trägt. Mit der Mimik verhält es sich etwas anders als mit der Gestik, denn sie ist nicht so leicht steuerbar. Sind wir frustriert, traurig, überglücklich oder wollen ein Produkt unbedingt haben, dann können wir das in unserem Gesicht oftmals nur schwer verbergen. Deshalb ist es in solchen Momenten hilfreich seine innere Haltung zu verändern und zu schauen, wie man sich in kürzester Zeit in die gewünschte Haltung bringt. Hierzu werde ich noch einen Blogartikel veröffentlichen. Sich seiner eigenen Mimik bewusst zu werden, kann jedoch schon viel bewirken. Denken wir beispielsweise, dass wir dem Kunden freundlich gegenübertreten und kein bisschen lächeln, dann wäre hier durchaus Potential nach oben. Dann könnten wir bewusst lächeln und zwar so, wie wir das tun, wenn wir jemanden mögen und zufrieden sind. Ich betone immer wieder den Körper authentisch mitsprechen zu lassen, denn ich finde es unfassbar wichtig, man selbst zu bleiben und mit seiner eigenen Persönlichkeit aufzutreten. Es entspricht nicht meiner Vorstellung sich etwas Künstliches anzueignen, mit dem man sich nicht wohlfühlt und das nicht zu einem passt. Jeder Mensch ist einzigartig und macht auf seine eigene ganz persönliche Art und Weise Dinge, die wunderbar sind. Also schaue genau hin wie du bist, was du machst und welche Facetten du in deinem Gesicht hast.

Warum starrt der mich so an?

Das dritte Element ist der Blickkontakt, also die direkte Verbindung zu unseren Mitmenschen. Es ist egal, ob wir unter vier Augen miteinander sprechen, in einer kleinen Gruppe sind oder vor Menschen reden. Es geht immer darum eine Botschaft an jemanden zu senden und dafür ist es essentiell, dass wir unseren Gesprächspartner in die Augen schauen. Nur dann fühlt sich dieser auch angesprochen und noch besser, gesehen. Wenn du mit dieser Haltung in ein Gespräch gehst und dir bewusst machst, dass du mit JEMANDEM redest und dich ernsthaft für deine Worte und die Worte deines Gegenübers interessierst, dann wirst du ihn oder ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit schon von alleine in die Augen schauen. Das ernsthafte Interesse hilft dir nicht nur den Blick zu halten, wenn du sprichst, sondern auch, wenn die anderen reden, du also zuhörst. Doch was ist, wenn du eher introvertiert bist und es unangenehm für dich ist, den Menschen direkt in die Augen zu schauen? Dann gehe gedanklich von dir weg und hin zu deinem Gegenüber. Sei neugierig, was dir dieser zu erzählen hat und interessiere dich auch hier für den Menschen dahinter. Beobachte dich einmal im Alltag. Wie ist es, wenn du mit einem guten Freund redest, mit einem Arbeitskollegen oder deinem Kind? Wo fällt es dir besonders leicht den Blickkontakt zu halten und wie fühlt sich das an? Nimm dieses Gefühl mit in Gespräche, die dir schwerer fallen und versuche genau diese Haltung einzunehmen, die du in den anderen Situationen hast. Jetzt möchte ich noch zu der Überschrift kommen „Warum starrt der mich so an?“. Das ist die Folge davon, dass wir krampfhaft versuchen den Blickkontakt zu halten, ohne dabei bei uns selbst und unserem Gegenüber zu sein. Nach dem Motto: „Ich darf auf keinen Fall den Blickkontakt verlieren, denn dann signalisiere ich Desinteresse.“ Es geht mir auch hier darum, dass du dich kennenlernst und herausfindest, was zu dir passt. Probiere einfach mal verschiedene Dinge aus und achte darauf wie es sich für dich anfühlt. Miteinander reden bedeutet immer, ich schaue dich an und nehme dich wahr, doch es heißt nicht, ich starre dich ununterbrochen an. Der Blick darf immer wieder abschweifen, das ist völlig normal.

Wie stehe ich da?

Kommen wir nun zum vierten Element der Körpersprache, unsere Körperhaltung. Wie stehen wir da? Sind die Beine parallel oder überkreuzt, haben wir einen aufrechten Rücken oder stehen wir krumm da? Sind wir an eine Wand oder die Rückenlehne unseres Stuhles angelehnt oder stehen bzw. sitzen wir frei? Die Haltung unseres Körpers beeinflusst nicht nur unsere Wirkung nach außen, sie trägt auch entscheidend dazu bei wie wir uns fühlen. Führe mal folgendes Experiment durch: Setze dich auf die vordere Kante deines Stuhles, die Beine stehen parallel nebeneinander und die Füße sind fest im Boden verankert. Du sitzt aufrecht und deine Arme liegen entspannt auf deinen Beinen. Fühle kurz in dich hinein. Wie fühlst du dich in dieser Haltung? Jetzt lehne dich gemütlich zurück, an die Lehne. Deine Beine dürfen dabei ihre Position verändern und auch deine Füße folgen der Bewegung deiner Beine. Lasse deine Arme locker auf deinen Beinen liegen, so, wie es sich für dich gut anfühlt. Fühle erneut in dich rein. Wie fühlt sich diese Haltung an? Mit 99 % iger Wahrscheinlichkeit kann ich dir sagen, dass du dich anders fühlst UND auch anders wirkst. Wenn du dieses Experiment mit einem Freund oder am besten mit mehreren Freunden machst, dann wirst du noch etwas Erstaunliches feststellen. Jeder wirkt anders. Jeder wirkt sowohl in der ersten als auch in der zweiten Position anders, als der andere und fühlt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch anders, als die anderen. Das ist Individualität und Einzigartigkeit und der Grund dafür, warum ich nichts davon halte jemandem eine Körpersprache anzutrainieren. Beobachte dich im Alltag, wie ist deine Körperhaltung, wenn du dich sicher fühlst, wie ist sie, wenn du unsicher bist? Wie stehst du da, wenn du klar kommunizierst und wie, wenn du um den heißen Brei herumredest? Schaue genau hin, was du machst und nehme diese Haltungen dann einmal bewusst ein. Fühle in dich hinein und speichere dir alle Körperhaltungen, die du dir für deinen Alltag oder dein Business wünschst.

Komm mir nicht zu nah!

Das fünfte und somit letzte Element ist uns oftmals gar nicht so bewusst, nämlich der Abstand zu unseren Gesprächspartnern. Wie nah stehst du in einem Vier-Augen-Gespräch vor deinem Gegenüber? Findet das Mitarbeitergespräch an einem Tisch oder frei im Raum statt? Bist du dabei vorne auf deinem Stuhl oder zurückgelehnt? Wo stehst du bei einem Vortrag oder einer Präsentation? Bist du nah an deinen Zuhörern oder weit weg? Nähe schafft Verbindung und Distanz Abstand bzw. Freiraum. Doch wenn du zu nah bist, kann es aufdringlich werden. Auch hier hat jeder Mensch ein anderes Empfinden, was er als an- und unangenehm wahrnimmt. Daher empfehle ich dir im ersten Schritt wieder in dich hineinzufühlen, wie du es wahrnimmst und im zweiten Schritt auf die Signale deines Gegenübers zu achten. Geht dieser immer weiter zurück oder wendet vermehrt den Blickkontakt ab? Dann könnten das Anzeichen dafür sein, dass du ihm zu nah bist. Hören dir die Zuhörer noch zu oder sind sie vielmehr mit ihrem Smartphone beschäftigt? Hier könnte es sich anbieten bewusster den Blickkontakt herzustellen und etwas mehr Nähe zu schaffen. Probiere dich auch hier im Alltag einmal aus und mache deine Erfahrungen damit. Es ist spannend zu merken wie man mit Nähe und Distanz schon ganz viel kommuniziert.

Ich fasse noch einmal zusammen: Die 5 wichtigsten Elemente der Körpersprache sind für mich Gestik, Mimik, Blickkontakt, Körperhaltung und Abstand. Alles setzen wir permanent ein, wenn wir Menschen gegenübertreten und alles hat eine andere Wirkung. Doch es ist schwer allgemeine Aussagen zu machen was wie wirkt, denn dafür sind wir Menschen einfach zu unterschiedlich. Schließlich geht es an erster Stelle immer darum, dass wir uns gut damit fühlen, was wir tun und es zu uns passt. Deshalb kann ich dir nur wärmstens empfehlen, dich einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und Experte deiner eigenen Körpersprache zu werden.

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